EL: Lions gehen auch in Graz leer aus…

ATSE Graz – EV Zeltweg Murtal Lions 3:1 (1:0|1:1|1:0)
Tor. T. Schiechl

Die Lions verlieren das dritte Spiel in Serie und damit den Anschluß an das Fürhungsduo aus Kapfenberg und Graz.

War die Niederlage in Frohnleiten noch mit fehlenden Leistungsträgern, mangelnden Einsatz zu erklären, folgte nach dem Spiel gegen die Kings, dem eine deutliche Leistungssteigerung zu Grunde lag, die große Ratlosigkeit. Diese Fragezeichen können gut und gerne auch hinter die Begegnung mit dem amtierenden Meister gesetzt werden. Ein Duell auf Augenhöhe mit rassigem Eliteligahockey, in dem sich die Löwen einmal mehr nicht selbst für  ihren Aufwand belohnten.

Die Chancenauswertung bleibt weiterhin der Knackpunkt bei den Zeltwegern, die diesmal gut in die Partie kamen, aggressiv verteidigten, dadurch aber gleich mit einer doppelten Unterzahl konfrontiert wurden (Alex Draschl und Max Höller mussten in die Kühlbox), diese aber mit perfektem Penaltykilling ohne Gegentreffer überstanden. Als dann die Grazer zwei Mann weniger auf dem Eis hatten, war die Chance für die Löwen gekommen, aber ein großartiger Florian Zeugswetter machte sämtliche Bemühungen von Sulzer und Co. zu nichte, endlich wieder einmal in Führung zu gehen. Die Begegnung war nun voll in Fahrt gekommen, wechselnde Szenen mit tollen Zweikämpfen und Chancen auf beiden Seiten begeisterten die Fans.

Ein leichter Scheibenverlust an der Bande im Lions-Drittel, ein scharfer Pass von Krenz zur Mitte und Dreymann war mit dem Schlägerblatt zur Stelle, fälschte den Puck unhaltbar für den stark spielenden Lions-Keeper Andi Brenkusch ins Kreuzeck ab (17:52 min) und die Lions mussten wieder einem Rückstand nachlaufen. Aufbäumen war angesagt, aber der Anfangsschwung des zweiten Abschnittes wurde erneut durch eine 3:5 Unterzahl gestoppt, diesmal waren es Max Höller und Christoph Scherngell, die sich das Spiel von der Strafbank aus ansehen mussten und 12 Sekunden vor Ablauf der zweiten Strafe war es René Wilding der mit seinem Premierentor für den ATSE, die Eggenberger mit 2:0 in Front brachte. Weitere 21 Sekunden später großer Jubel beim Zeltweger Anhang, denn Tom Schiechl konnte seine Torsperre endlich durchbrechen und ein sauberes Zuspiel von Daniel Forcher zum Anschlusstreffer verwerten. Die Löwen waren zurück, drückten auf den Ausgleich, aber leider bleiben vier Überzahlspiele im zweiten Abschnitt ungenutzt und so mussten die Pollross-Cracks erneut mit einem Rückstand in die Kabine!

Im letzten Durchgang herrschte dann Konfusion pur, eine Disziplinarstrafe gegen Jan Maierhofer (ATSE), nach Check gegen den Kopf von Marco Herzl war Auslöser für lange Diskussionen, eine Matchstrafe für ATSE Coach Gilbert Kühn und weitere Überzahlspiele für die Murtaler. Die Strafbank der Grazer platzte aus allen Nähten, doch die Lions konnten auch diese numerischen Vorteile nicht nutzen. Zu umständlich im Aufbau, verpufften die Angriffsbemühungen meist in der Fanghand von Flo Zeugswetter. Effizienz im Powerplay zeigte hingegen der Tabellenzweite, der in der 57. Spielminute durch Manuel Brentner den zwei Tore Vorsprung wiederherstellte. Coach Michael Pollross holte Keeper Andi Brenkusch vom Eis und die sechs Zeltweger belagerten das Verteidigungsdrittel der Gastgeber, ohne jedoch daraus Kapital zu schlagen. Einen weiteren Torerfolg der Eggenberger, nach einem Break-away durch Pirmin Riedman, konnte Alex Draschl mit starker Defensiv-Arbeit und großem Einsatz verhindern, aber die Uhr lief gnadenlos gegen Null und die Sirene im Puckingham-Palace besiegelte die dritte Niederlage in Folge für die Murtal Lions.

„Momentan scheint alles gegen uns zu laufen, wir ackern, wir spielen, erarbeiten uns Chancen, aber der Puck will nicht über die Linie. Offenbar denken wir zu viel nach, haben die Lockerheit verloren, das Selbstverständnis, das notwendig ist, um gute Angriffe auch in Zählbares umzumünzen. Im Gegenzug werden unsere Fehler mit Toren bestraft, aber wir geben alles, werden das Ruder wieder herumreißen. Das ist eben auch ein teil des Sports, manchmal kannst Du es nicht erklären, wenn alles locker von der Hand geht und auf der anderen Seite fehlen Dir auch Erklärungen, wenn es nicht läuft. Wir arbeiten konzentriert, machen nichts anders als sonst und trotzdem rutscht Du in ein Tief. Aber besser jetzt, als in der entscheidenden Phase der Meisterschaft. Diese Phase wird unser Team nur noch mehr zusammenschweißen und wir holen uns da gegenseitig wieder raus.“

Christoph Scherngell, #22 Murtal Lions
Photo: Daydream Photography by Julia Pabst

Spielbewertung:

Enttäuschung 100%
Spannung 100%
Wille 100%
By | 2017-02-07T08:32:48+00:00 Sonntag, 11. Dezember, 2016|ELITELIGA 2016/2017|

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Obmann EV Zeltweg Murtal Lions, Web-Redakteur, Fotograf